Über

Wir sind eine bunt zusammen gewürfelte Gruppe junger Menschen, die im Sommer 2017 begonnen hat, sich über das Thema Freiheit anhand performativer Beiträge und Vorträge auszutauschen. Dieser Blog dient der Auswertung dieses Treffens und soll daraufhin als Plattform dienen, gelebte Beispiele von Freiheit zu sammeln.

Bei Fragen schreibt uns unter freiheitskonferenzÄTposteo.de

 

„One thing I can tell you is you’ve got to be free.“

(The Beatles)

„Diese ganze Freiheit macht mich planlos wie nie.“

(Kinderzimmer Productions)

Während sichere Einreisewege nach Europa für Menschen aus einigen Teilen der Welt nicht mehr existieren, vielerorts auch in Akademikerwohnungen die Rollos herunter gelassen werden und manch ein junger Mensch sich scheinbar geistig vor allem zwischen virtuellen Existenzen, Lohnarbeit und Partylife bewegt, während man mit einem deutschen Pass von Land zu Land reist, und zugleich in Windeseile Grenzen geschlossen und Zäune gebaut werden, während Studierende sich auf geistige Höhenflüge begeben und zugleich mit einem engen, verschulten Alltag kämpfen, während sich sowohl ökologische Höfe als auch Kameras im öffentlichen Raum mehren, während manch eine*r sich fragt, ob die Welt nun eigentlich „besser“ oder „schlechter“ sei als früher und weil wir beobachtet haben, dass all diese Dinge unsere Generation tief bewegen, es allerdings eine gewisse Angst gibt, sich an große Gedanken heranzuwagen, möchten wir einen Impuls setzen und Gehirnströme ankurbeln: am Wochenende vom 28.07.-31.07.2017 fand im kleinen Dorf Göbitz nahe Zeitz eine experimentelle Konferenz zum Thema Freiheit statt.

Der Begriff „Freiheit“ ist ebenso umfassend wie relevant – die Befassung damit ebenso selbstverständlich wie schwer. Dadurch, dass das Thema eine*n Jede*n betrifft und doch der Alltag dem Gespräch darum oft zu wenig Raum lässt, wollen wir den Schritt wagen, den Begriff unter die Lupe zu nehmen. Thematisch positioniert sich die Konferenz zwischen den individualistischen Lebensentwürfen, die sich durch freiheitseinschränkende gesamtgesellschaftliche Entwicklungen und sogenannte „Shrinking Spaces“ immer mehr dem Druck einer politischen Positionierung ausgesetzt sehen. Dadurch, dass das Leben in Deutschland diese Spaces zur Zeit noch bietet, müssen wir diese Chance ergreifen.

Wir wollen mit diesem Modellversuch Menschen aus den verschiedensten Gesellschaftsschichten, Metiers und Kontexten miteinander in Austausch bringen. „Konferenz“ meint in den meisten Fällen eine Veranstaltung, die aus Redebeiträgen besteht – wir wollen einen anderen Weg gehen: ein Beitrag, solange thematisch relevant, darf jedwede Form haben, sei es eine Tanzchoreografie, eine Diskussionsrunde, eine Performance, Bauanleitung oder PowerPoint-Präsentation. Wir wollen ungewöhnliche Wege des Informationsaustausches in angenehmen Rahmen ausprobieren. Konkret heißt dass, dass die Teilnehmenden der Konferenz „performative“ Beiträge vorbereiten, die dann während des Wochenendes präsentiert werden. Sie werden im Voraus von uns redaktioniert, d.h. in eine Reihenfolge gebracht.Performativ meint in diesem Sinne jede mögliche Form, jedoch nicht, dass Beiträge die auf klassische Formen zurückgreifen abgelehnt werden.  Performativ ist der Kontext, die Anordnung der Beiträge. Denn sie wurden nach Erhalt der verschiedenen Themen in einen das Wochenende umfassenden Ablauf geordnet, der auch ein Bezug Nehmen der Beiträge untereinander beinhaltet.  Der Begriff „performativ“ ist hier also keineswegs künstlerisch oder gar elitär zu verstehen – wir erhoffen uns durch das Heranziehen einer bunten Zusammenstellung der Teilnehmenden eben gerade das Überblicken von Tellerrändern.

In der Nachbereitung der Konferenz wird eine Broschüre mit Ergebnissen, Dokumentation, Auswertungen und Perspektiven erstellt.  Diese erscheint voraussichtlich im Spätherbst 2017.

Gefördert mit Mitteln des Fonds Soziokultur

fs-sw

In Kooperation mit der Weiterdenken Stiftung – Heinrich-Böll Stiftung Sachsen

Logo weiterdenken 4c

 

 

Siehe auch:

http://komiteefuerlaestigebildung.blogspot.de

 

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