Freiheit in den Sozialen Medien

von Lisa Mischer

Die sozialen Medien sind ein großer Schauplatz für so allerlei Dinge. Wer ist mit wem befreundet, wo treibt sich das virtuelle Umfeld so rum, was haben die anderen heute gegessen? Sie sind viel diskutiert, stellen das Gesetz und die Wirtschaft vor neue Herausforderungen und bleiben dabei doch eins: ein Sammelbecken an sehr persönlichen Informationen, die sich rasant verbreiten. Ich habe mir dir Frage gestellt, was kann man in den sozialen Medien unter dem Begriff der Freiheit alles finden? Bevor diese Frage beantwortet werden kann muss geklärt werden, was soziale Medien sind:

Social Media (auch soziale Medien) sind digitale Medien […], die es Nutzern ermöglichen, sich untereinander auszutauschen und mediale Inhalte einzeln oder in Gemeinschaft zu erstellen.“¹

Bei den sozialen Medien geht es also darum, mit anderen Nutzern in Interaktion zu treten. Häufig wird das getan, indem Person A etwas veröffentlicht und Person B darauf reagiert; like, share, comment lautet die Devise. Aber auch Person A ist sehr limitiert in ihren Möglichkeiten der Mitteilung. Twitter beschränkt den Nutzer auf 140 Zeichen, Instagram konzentriert sich auf Fotos und bei Facebook treibt der Post zwischen 1.000 anderen. Dennoch teilen in diesen Medien Millionen von Menschen ihr Privatleben, politische Meinung, (Fake-) News und vieles mehr.

Sie können das Experiment zunächst selber durchführen: Befragen Sie Facebook, Instagram, Twitter, Tumblr & co zu Freiheit, Freedom, Liberté, Libertad, etc. Dank der Zuordnung von Hashtags² lassen sich Posts, die in Verbindung mit diesen Begriffen gebracht werden wollen, finden. Auch wenn Sie dort nicht angemeldet sind, können Sie mit der Hilfe von Google die Suchergebnisse einsehen. Um zum Beispiel Bilder auf Instagram einzusehen, die mit dem Begriff Freiheit gekennzeichnet sind, einfach „#freiheit Instagram“ in die Google Suchmaske eingeben. Wichtig beim Betrachten der Suchergebnisse ist, dass diese nicht für alle die gleichen sind. Sie unterscheiden sich, je nach dem ob man dort über ein Konto verfügt oder nicht und ob die Ergebnisse anhand der Informationen des eigenen Kontos gefiltert wurden.³ Deswegen sind die Ergebnisse sehr subjektiv.

Ich habe die Teilnehmer kleine Gruppen bilden lassen, die zunächst das gleiche Experiment durchgeführt haben. In den kleinen Gruppen sind dann die Ergebnisse zu den einzelnen Anfragen diskutiert worden. Die sehr verschiedenen gelieferten Informationen gaben einen guten Einstieg für Diskussionen. Im Anschluss an die Gruppenübung haben wir die Ergebnisse in der großen Gruppe zusammengetragen. Dabei ist uns aufgefallen, dass der Begriff in ganz verschiedenen Zusammenhängen verwendet wird. Von der politischen Organisation, die ein Facebook-Profil hat, über die Äußerungen auf Twitter zur persönlich erlebten Freiheit bis zu einem schön arrangierten Freiheitsgefühl in Bildern auf Instagram. Ich halte es nicht für sinnvoll, genauere Beispiele hier zu nennen, da die Informationen in den sozialen Medien besonders von ihrer Aktualität leben. Als Ergebnis dieses Experiments lässt sich festhalten, dass die gefundenen Informationen sich doch stark unterschieden haben. Zwei Faktoren waren maßgeblich für die unterschiedlichen Ergebnisse: zum einen das Medium, in dem gesucht wurde. In 140 Zeichen wie bei Twitter lassen sich andere Informationen wiedergeben als auf einem Bild wie beispielsweise bei Instagram. Zum anderen war auch die Sprache ein Faktor, der die Suchergebnisse stark verändert hat. Freedom scheint – zumindest im World Wide Web – eine anderes Bedeutungsfeld zu haben als Freiheit.

 

Lisa Mischer, 29.07.2017

 

¹ Aus Wikipedia (https://de.wikipedia.org/wiki/Social_Media). Abgerufen am 01.09.2017.

² „Ein Hashtag ist ein mit Doppelkreuz [„#“] versehenes Schlagwort, das dazu dient, Nachrichten mit bestimmten Inhalten oder zu bestimmten Themen in sozialen Netzwerken auffindbar zu machen.“ Aus Wikipedia (https://de.wikipedia.org/wiki/Hashtag). Abgerufen am 01.09.2017.

³ Man spricht von einer Filterblase. Die Software sucht anhand von ihr bekannten Informationen zu Ihrem Konto, wie persönliche Angaben und Inhalte, die Sie abonniert, geliket oder sich auch nur in der Vergangenheit angeschaut haben, die Ergebnisse heraus, von der die Software meint, dass sie Sie am meisten interessieren. Das hat zur Folge, dass der Nutzer nicht mehr alle Informationen aufgezeigt bekommt, sonder vorrangig solche Informationen, die passend zu seinen Daten sind. Damit kann es passieren, dass der Nutzer nur seine eigenen Ansichten gespiegelt bekommt und andere Meinungen bereits in der Filterblase verschwinden. Damit werden Argumente vorenthalten und es entsteht kein ganzheitliches Bild. Auf die Filter kann der Nutzer keinen Einfluss nehmen. Auch ist in der Regel nicht nachvollziehbar, wie diese Filter arbeiten.

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